Firmengeschichte
bis 1990

Als einer der wenigen privaten Malerbetriebe war man in den 1950er bis 1980er Jahren vor allem in den Wohnungen und privaten Haushalten der Bürger tätig. Daneben bildeten die Konsum-Genossenschaft und andere Gewerbetreibende ein wichtiges Kundenklientel.

Nebenstehendes Bild zeigt (v.l.n.r.) den Bäckermeister Dieter Feist im Gespräch mit Malermeister Kurt Klauke senior, Altgeselle Otto Bösel und Malermeister Kurt Klauke junior während der Renovierung einer Backstube Anfang der 1970er Jahre.

3 ½ Jahrzehnte privater Malerbetrieb in der DDR

Eigentlich ist die Geschichte von Maler Klauke schon viel älter als 55 Jahre, denn bei seiner Betriebsgründung hat Kurt Klauke senior schon mehr als ein Vierteljahrhundert im Maler-Handwerk "auf dem Buckel".

Im Frühjahr 1933 legt er als bester Lehrling seines Jahrgangs erfolgreich die Gesellenprüfung ab und arbeitet in den nachfolgenden Jahren in dem bekannten Malerbetrieb Curt Frohn Sangerhausen. Auch nach dessen Fortführung durch Malermeister Willy Ritter hält er diesem Betrieb bis zur eigenen Selbstständigkeit die Treue. Schon in den 1930er Jahren ist für ihn der Handwerksmeister, der sein handwerkliches Können und Geschick dem Kunden anbietet, der persönliche berufliche Lebenstraum, der aber durch Wehrdienst, Krieg und Gefangenschaft in weite Ferne rückt. 

Im November 1950 stellt er erneut den Antrag auf Zulassung zur Meisterprüfung, die er im September 1951 erfolgreich vor der Handwerkskammer Halle besteht. Damit sind die Voraussetzungen für eine eigene Malerfirma gegeben und der "junge" Meister erhält im Alter von vierzig Jahren die Gewerbeerlaubnis, ab 1. Januar 1956 einen Malerbetrieb zu führen. 

Der Anfang ist schwer. Firmensitz wird das Wohnhaus, Büro die Wohnstube und "Sekretärin" ist seine Ehefrau Gertrud. Das zugeteilte, stets knappe Material wird im alten Luftschutzbunker am "Selleriefleckchen" und in der Garage gelagert. Anfänglich besteht der Fuhrpark aus Malerkarren, auf denen sich Farbpappeimer, Leitern und alles andere Malerutensil stapeln, wenn es zum Kunden geht. Später sind der IFA F9 oder der P 70 und der Barkas B 1000 der ganze Stolz der "KFZ-Flotte".

Erster Lehrling wird Sohn Kurt, der vom Malerbetrieb Curt Frohn und Willy Ritter in das väterliche Unternehmen wechselt. Im Sommer 1956 kommt als zweiter Lehrling Hartmut Flemming dazu. Insgesamt werden in den nächsten dreieinhalb Jahrzehnten bis zur Wiedervereinigung rund 20 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet, darunter die heute bekannten Malermeister Klaus-Dieter Mirau aus Sangerhausen und Swen Herbst aus Beyernaumburg. 

Der Bedarf an Malerarbeiten ist groß, vor allem im Privatkundenbereich. Aber auch der Handel, insbesondere die Konsum-Genossenschaft und andere private Gewerbetreibende gehören zum festen Kundenstamm, der schon damals mit Qualität und Kundenbetreuung zufrieden war. 

Über mangelnde Arbeit brauchte sich der Malerbetrieb Klauke nicht zu beklagen und beschäftigte deshalb zu DDR-Zeiten durchschnittlich vier bis fünf Gesellen. Stellvertretend für alle seien hier Otto Bösel, Joachim Kaufmann, Heinz Bösenroth, Walter Martin, Günther Meißner, Klaus Ehrhardt und Andreas Friedemann genannt.

Im Juli 1958 legt Kurt Klauke junior erfolgreich seine Gesellenprüfung als Maler ab. In den darauffolgenden Jahren erwirbt er sich das fachliche Können und handwerkliche Geschick, um später in die Fußstapfen des Vaters treten zu können und den Betrieb fortzuführen. Dafür legt er im Juni 1966 erfolgreich die Meisterprüfung in Halle ab. 

 

Schrittweise arbeitet sich der Sohn in die Führung der Handwerksfirma ein. 1974 wird er Teilhaber im väterlichen Malerbetrieb, den er dann im Januar 1986 als alleiniger Inhaber vollständig übernimmt. Damit verbunden ist der Wechsel des Firmensitzes in das Wohnhaus Katharinenstraße 22. 

 
© Maler Klauke GmbH